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Und wieder hinter den Bergen

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Und wieder hinter den Bergen

Hinter den Bergen gab es doch diesen Bürgermeister (erinnern Sie sich ?), der Plutus dem Gott des Reichtums diente und  immer wieder fragte „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Bürgermeister im ganzen Land?“.
Über Jahre bemühte sich der Bürgermeister, seine Träume zu verwirklichen und den Bürgerinnen und Bürgern seiner Stadt zu zeigen, was gut für sie ist. Großprojekte wurden entwickelt und verworfen. Andere wurden verwirklicht und stellen, entgegen seinen Ankündigungen, eine weitere finanzielle Belastung für die Stadt dar. Der Bürgermeister hatte jetzt den schönsten Marktplatz und das feinste Badehaus bauen lassen, was er sich für seine Stadt vorstellen wollte.

In der Stadt des Bürgermeisters sieht es jetzt ganz anders aus, als man meinen könnte. Das Zentrum, einst weit über die Grenzen hinaus ein Zeichen der Gemeinde, wird leerer. Immer weniger Menschen sind dort. Wohnungen stehen schon lange leer, weil sie gar nicht vermietet werden. Geschäfte werden aufgegeben, geschlossen, weil der Umsatz sinkt und die Mieten zu hoch sind.
Der Rat der Stadt unternimmt nichts. Stimmen, die das anders als der Bürgermeister sahen oder sehen, verstummen. Die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt nehmen das wahr und erliegen scheinbar seinem Glanz.

Doch jetzt tut Er was.  Viel Geld soll investiert werden, um die Stadt für Wohnen und für Geschäfte wieder attraktiv zu machen. Plutus freut sich, denn nur er weiß, für was Geld investiert wird.

Dabei wäre es doch möglich, den Menschen der Stadt das Leben schöner zu machen. Günstigeres Wohnen ermöglichen, Sanierungen fördern, Leerstände zusätzlich besteuern, Kaufleute in ihren Ideen unterstützen und nicht boykottieren, neue Kaufleute durch steuerliche Begünstigungen und durch anständige Mieten in die Stadt locken. Das haben andere Bürgermeister bereits erfolgreich vorgemacht.

Doch das Alles würde Plutus nicht gefallen, denn bei und für ihn geht es nur ums Geld – und das hat der Bürgermeister gut verstanden, denn er wendet sich offenbar immer wieder Plutus zu.

Wie ist es sonst zu erklären, dass es erst mit viel Geld und gegen besseren Rat gelingt, die Stadt unattraktiv zu entwickeln, sodass sie jetzt wiederum mit viel Geld attraktiv gemacht werden soll, ohne dass man weiß wie, - wenn man von einem neuen Großprojekt, einem großen Kutschenparkplatz, einmal absieht. Und der Star ist immer wieder der Bürgermeister, Plutus sei Dank.

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