Die Provinziellen

Notizen aus der Provinz

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Sicherheit für Senioren

JM • • (Kommentare: 0)

 
Wie jedes Jahr vor den Wahlen entdecken die Parteien uns Senioren als wichtigen Teil der Wählerschaft. Dieses Jahr war es sogar ein persönlicher Brief, wie auch immer die Verantwortlichen wußten, dass ich schon zu den Senioren gehöre. Ich lese von einer breiten Sozialoffensive zu meinen Nutzen und von der sozialen Heimatpartei. Wie weniger Zuwanderung nach Österreich meine persönliche und existentielle Sicherheit stärkt, wurde mir geschrieben, aber nicht ausgeführt. Nur noch, dass es wichtig ist, die österreichischen Interessen vehement in der EU zu sichern. Das geht nur mit uns (gemeint ist die schreibende Partei), da alle anderen mich vergessen. So kann der Ausverkauf österreichischer Interessen gestoppt und die rot-weiß-rote Identität und Kultur unseres geliebten Heimatlandes gesichert werden.
 
Ich war so empört, dass ich ein Antwortschreiben verfassen musste.
 
Sehr geehrter Herr S … Am 23. 5. 2019 erhielt ich von Ihnen und Herrn V einen Brief mit der Überschrift „Sicherheit für Senioren“.
Der erste Satz lautet: „Mit der … hat sich gezeigt, dass es auch einen anderen Weg als den der ständigen Belastungen für die österreichische Bevölkerung … gibt.“ Und: „Nur mit einer Stimme für … kann der Ausverkauf österreichischer Interessen gestoppt werden“.
Dass Sie die Sicherheit für Senioren, die ständigen Belastungen für die Bevölkerung und den Ausverkauf österreichischer Interessen nur durch Ihre Rücktritte ermöglichen, ringt mir Hochachtung ab. Das nenne ich konsequent.
Für diese niemals gedachte „Überraschung“ danke ich Ihnen. Respekt. Damit tun Sie meiner Heimat einen großen Gefallen. Und sprechen Sie bitte nicht mehr von „Heimatpartei“… .
 
Noch eine Bitte, für die Sie sicher auch Verständnis zeigen werden, weil Sie ja die in Ihrem Brief beschriebenen „ständige Belastungen für die österreichische Bevölkerung“ abwenden wollen: übernehmen Sie bitte die finanziellen Kosten für die bevorstehende Nationalratswahl. Nachdem diese Kosten für uns Steuerzahler sehr hoch sind, könnten Sie sich ja dafür einsetzen, die Kosten zwischen Ihnen und den anderen Verursachern für diese Neuwahl … aufzuteilen.

Da Sie, Herr S, jetzt – zumindest vorübergehend – etwas mehr Zeit für sich zur Verfügung haben werden als nur in der Politik tätig zu sein: lesen Sie Bücher (zu Themen wie Vernunft, Verantwortung, Anstand, Offenheit, Toleranz).
Und wenn Vernunft eingekehrt ist und Sie Anstand haben, nehmen Sie den Sitz im EU-Parlament nicht an: ein niederträchtiges Verhalten wird nicht tugendhafter, nur weil Sie Vorzugsstimmen hinter sich haben und € 9 000,-- monatlich dafür bekämen (wofür eigentlich?).
 
Es ist bekannt, dass kaum irgendwer in unserem Land vom einfachen Volk mehr versteht als die weniger vom flüchtigen Geist als von derben Gedanken durchwebte Politiker wie Sie einer sind.
Und vor allem lassen Sie mich bitte künftig mit Ihren Briefen in Ruhe.
Schicken Sie mir niemals wieder etwas von Ihrer Partei (und ich meine wirklich niemals wieder) – und das nicht nur aus Gründen der Datenschutzverletzung oder wegen Portoersparnis.
Ich bin nicht Teil Ihrer Partei, auch nicht deren angekündigten „größten Wähler-Rückholaktion“.
 
JM

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