Die Provinziellen

Notizen aus der Provinz

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Die Hamburger Krankheit

MW • • (Kommentare: 0)

 

Eine Seuche bricht aus und Hamburg wird unter Quarantäne gestellt. Im Jahre 1979 war das Stoff für einen Science-Fiction Film. Heute sind wir einige Schritte weiter: Menschen, Schiffe, Flugzeuge, Häuser und Landstriche werden unter Beobachtung und dann oder sofort unter Quarantäne gestellt. Das zuständige Personal bewegt sich in Schutzanzügen; nicht nur eine Stadt wird unter Quarantäne gestellt, sondern Nationen haben Masterpläne erstellt, wie ein Virus beobachtet und kontrolliert werden soll. Der gesamte Sicherheitapparat, Innen- und Außenministerium, Zivilschutz, Polizei und Militär sind alarmiert und eingeteilt. Einzelne Staatsmänner erklären den Virus für eine Erfindung des Gegners, und erklären den Sieg über diese Bedrohung - parallel gibt es offiziell die ersten Toten, …

Es geht um einen Virus, der nach Schätzungen der WHO in 7 von 1000 Fällen zum Tode führt – bei der Grippe werden 1-2 Todesfälle je 1000 Personen angenommen.

Und dieser Virus führt zu einer medialen Dominanz, bei der alle anderen Fragen, die Gesundheit und Existenz betreffen, in den Hintergrund treten. Mir fällt kein anderes Geschehen ein, wenn ich von dem Film „Die Hamburger Krankheit“ absehe, bei dem international ein solche Dynamik entfacht werden kann, außer Krieg.

Wie kommt es, dass viele Fachleute das Verhältnis zwischen Handeln und Geschehen als überzogen oder unausgewogen  erleben. Da wird ein Massenartikel, der Hygienemundschutz, der als Schutz vor einer Infektion untauglich ist, zur Schmuggel- und Schwarzmarktware,.
Doch wir können alle etwas tun: Hände waschen und einen Meter Abstand zu dem anderen Menschen. Diese vorbeugende Empfehlung und Maßnahme erscheint im Verhältnis zur Abriegelung ganzer politischer und landschaftlicher Regionen, die von Polizei und Militär durchgesetzt wird, unausgewogen.

Warum diese Demonstration von Macht und Entschlossenheit ?
Vielleicht geht es um Rassismus –dieser Virus kommt von Menschen, die lebende Tiere am Markt handeln, sie dann töten und essen. Tiere, von denen wir uns gar nicht vorstellen können, sie zu essen.  
Er kommt aus Asien, er kommt aus China, der wirtschaftlichen Supermacht, die alles kauft, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, und denen gehört das einmal, dass sie gebremst werden. Und das wollen wir bei uns nicht haben.
Vielleicht geht es um Kontrolle – was kann alles wie schnell und wie gut kontrolliert werden ? Doch das wäre schon beinahe eine Verschwörungstheorie.
Oder ist es so, dass die Akutversorgung erkrankter Personen die Intensivmedizin eines Krankenhauses beansprucht und diese Plätze begrenzt sind. Also wird so versucht, die Ausbreitung des Virus in Schach zu halten, um die Erkrankungen in einem Rahmen zu halten, der von den Krankenhäusern bewältigt werden kann.?

Je länger ich darüber nachdenke, umso weniger finde ich eine Antwort.
Ich bin froh, dass das Ganze bei uns am Land keine Rolle spielt.
Außerdem, wie soll das gehen ?  Unser Dorf abriegeln geht ? -, unseren Bezirk, oder Oberösterreich oder Österreich abriegeln ? Dann bleibt die Milch im Dorf, oder wird von bewachten Tanklastzügen von Menschen in Schutzanzügen abgeholt. Ist dann egal, was mit uns den Menschen am Land in der Provinz geschieht ?

Wenn es wirklich um das Risiko, zu sterben, geht. Wie  kommt es dann, dass bei diesem Virus all das geschieht, was geschieht?
Bei den anderen Bedrohungen unserer Gesundheit oder unserer Existenz, die Diskussion zu Masern, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, körperliche und seelische Gewalt gegen Frauen und Kinder reagiert die Gesellschaft oder unsere staatlichen Einrichtungen schwerfällig. Wenn ich an die Dürre- und Hungerkatastrophen, alle 10 Sekunden stirbt ein Kind, an die Kriege oder an die Bedrohungen über den Klimawandel denke, wird noch langsamer reagiert – es geht ja auch nicht um Menschen von uns.

Wieso also jetzt diese massiven Maßnahmen, und was bedeuten die dann für uns am Land ?

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