Die Provinziellen

Notizen aus der Provinz

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Der Sommer ist da

von JUM • • (Kommentare: 0)

Der Sommer ist da, und wie wir es bereits Jahre lang gewohnt sind, ist es an der Zeit, Urlaub zu machen. Für den einen, um sich von der harten Arbeit zu erholen und am Strand das Bierchen (das natürlich nie so gut ist, wie das von zu Hause) zu genießen und um nicht mehr so österreichisch auszusehen, in dem man sich eine Woche lang in der Sonnen brutzeln lässt und vielleicht sogar nicht einmal den Bart stutzt. Für den anderen, um schöne Fotos – vor allem Selfies – zu machen, um diese überall online zu stellen, in der Hoffnung möglichst viele „Likes“ zu bekommen, aber in der Gefahr, dass potenzielle Diebe erkennen, welche Häuser gerade leer stehen. Andere fahren fort, weil sie Lust auf Neues und Anderes haben, auch um immer wieder sagen zu können: „Zu Hause ist es doch am Schönsten“. Der eine trampt mit Rucksack und Zelt in den abgelegensten Naturörtchen, ein anderer fährt mit dem Zug durch Europa, der nächste hat einen All Inclusive Urlaub, endlich mal ganz ohne Sorgen; oder es wird um die halbe Welt geflogen, um neue Kulturen zu entdecken und nachher darüber berichten zu können, als wäre man innerhalb der drei Wochen Teil davon geworden. Obwohl es doch immer wieder Leute gibt, die auch den Urlaub auf „Balkonien“ oder im eigenen schönen Grün genießen können (nur meistens mit weniger Selfies). Eltern und Lehrer jammern, dass sie immer zur Hauptsaison fahren müssen, da ist ja alles besonders teuer. Andere jammern, dass sie im Juli und August nicht lange frei bekommen, weil ihre KollegInnen mit Kindern bevorzugt werden.
Urlaubsziele, von denen ich heuer schon gehört habe; Kroatien, Italien, Griechenland, Spanien, Tansania, Peru, Marokko, Irland, Schweden, Indien, Australien, Südafrika, USA,… Kleine und große Reisen; alleine, als Paar, als Familie, oder mit Freunden.

Wie schön ist doch die Urlaubszeit! Was wir uns alles leisten können… während andere verhungern, vor unserer Nase im Meer ertrinken, mit unseren Waffen getötet werden, für unsere Elektrogeräte unter gefährlichsten Bedingungen arbeiten.

Nein, ich will nicht, dass uns nun das Gewissen plagt, und man am besten ein wenig spendet, um sich wieder besser zu fühlen. Ich möchte die Realität sehen und sie mir eingestehen. Denn nur wer erkennt, kann auch darüber reden. Reisen ist der einfachste Weg, andere Kulturen, Menschen, Geschichten und Verhaltensmuster verstehen zu lernen – ich will mich darum bemühen. Denn wir alle haben die Verantwortung, respektvoll und voller Empathie auf Menschen und deren Lebenssituation einzugehen und uns angemessen zu verhalten. Das braucht Zeit, vorzubereiten und sich auseinandersetzen. Vielleicht kann damit eine kooperative Kommunikation entstehen in der wir voneinander lernen und die allgegenwertigen Vorurteile – welche sich manifestieren, statt sich in Zeiten nach der Aufklärung aufzulösen – niederlegen können. Urlaub soll vor Allem einen Mehrwert für Reisende und Einheimische haben; er soll für die sozialen Strukturen, die Umwelt und die Kulturen erträglich sein.

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