Die Provinziellen

Notizen aus der Provinz

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blah blah blah, was tun ?

JM • • (Kommentare: 0)

Frage im Interview
„Österreich betreibt seit einem Vierteljahrhundert Klimaschutzpolitik. Was ist herausgekommen? 2016 steigende Emissionen – ein eklatantes Scheitern, oder?“
Antwort
einer Ministerin für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz, Energie, Bergbau, Tourismus, Raumordnung, Regionalförderung, alles in einer Person:
„Es gibt eine klare Willenskundgebung der Bundesregierung, die Probleme zu lösen.“

Frage im Interview
„Wie passt denn eine Materie wie der Bergbau in Ihr Ressort?“
Antwort
„Uns war wichtig, dass die Zukunftsthemen, die sich mit unseren Lebensgrundlagen beschäftigen, unter dem Namen `Ministerium für Nachhaltigkeit` zusammengefasst werden. Wir sehen, dass wir total neue Wege einschlagen müssen.“

Frage im Interview
„Die Bauern werden künftig mehr Geld auf dem Markt erwirtschaften müssen, weil die EU-Förderung ab 2021 sinken wird?“
Antwort
„Das ist zum jetzigen Zeitpunkt absolutes Kaffeesudlesen, weil wir noch nicht wissen, wie der EU-Haushalt gestaltet wird….Ich glaube, dass die Ausgangslage aus österreichischer Sicht ganz gut ist…“

Frage im Interview
„…Können Sie versichern, dass keine Steuererhöhungen geplant sind?“
Antwort
„Wenn alles normal läuft, kann ich zusagen, dass unsere Vorhaben auf einer guten Grundlage sind.“

Handschlagqualität !
Ein Landeshauptmann überlegt, die Landtagswahlen vorzuverlegen. Sein Koalitionspartner ist dagegen und appelliert an die Handschlagqualität seines Gegenübers, die Legislaturperiode wie vereinbart bis zur nächsten regulären Wahl weiterzuführen.
Darauf der Landeshauptmann:
„Handschlagqualität ist im Leben immer etwas Wichtiges; aber auch die Frage, wer was wann wie interpretiert.“

Frage im Interview
an eine Bundesministerin, die in zwei aufeinanderfolgenden Regierungen die gleiche Position innehatte:
„Frau Bundesministerin, was sind denn die wichtigsten zwei Punkte, in denen sich die Europapolitik der jetzigen Regierung von der vorhergehenden Regierung … unterscheiden wird?“
Antwort
„Ich darf zunächst sagen, dass ich tatsächlich für Europa brenne. Das hat begonnen während der EU-Ratspräsidentschaft, wo ich Österreich vertreten durfte. Und es geht jetzt darum, wirklich die Leitlinien für die nächsten Jahre auf einen guten Weg zu bringen, und da spreche ich vor allem davon, dass wir die großen Dinge gemeinsam lösen müssen, das pro-europäisch angehen und uns auch Verbündete suchen innerhalb Europas.“

Frage im Interview
„Ich unterbreche Sie ungern in Ihrer ersten Antwort, aber das hat gar nichts mit meiner Frage zu tun. Wie wird sich die …jetzige Europapolitik von der …vorhergehenden unterscheiden?“
Antwort
„Ich kann von mir sprechen, und da gibt es einen proeuropäischen Kurs, den ich auch weiterverfolgen werde. Der Zugang ist der, dass wir die großen Dinge gemeinsam lösen, die Frage der Migration etwa…“
... Alles klar? „Den Unterschied kenn ich immer noch nicht.“

Der neue Finanzminister ist kein Ökonom, demnach fehlt auch ihm das so notwendige Verständnis für volkswirtschaftliche Zusammenhänge.
Frage im Interview
„Was befähigt Sie Ihrer Meinung nach für das Amt eines Finanzministers?“
Antwort
„Ich habe noch nie mein Konto überzogen.“ (Süffisant gemeint und trotzdem ein Beweis ökonomischer Vernunft)

Fortsetzungen sind jederzeit und ohne ein absehbares Ende möglich….
Reden, ohne etwas zu sagen. Kaum eine Berufsgruppe beherrscht das so meisterhaft wie Politiker.

Warum machen sie das?
Die Sprechblasen und Worthülsen haben ihre Gründe. Man kann unangenehmen Fragen ausweichen, kann das Gespräch in eine andere Richtung lenken, um die eigene Message(-Control) zu platzieren oder Parteizwänge zu erfüllen.
Und Spontanes wird in der politischen Rhetorik von vielen vermieden.
Warum lassen wir uns solche mantraartigen Antworten einfach so gefallen?
Es wird nur wahlkampfartig geworben, verteidigt, mit dem Finger auf den anderen gezeigt.

Wo bleiben die Inhalte?
Die meisten sind auf Nummer sicher gecoacht worden (ja keinen Fehler machen oder sich mit einer Aussage zu weit hinauszulehnen).
Und sind ein bisschen auch wir (Leserinnen, Hörerinnen, TV-Zuschauer) selbst verantwortlich, wenn wir jeden Versprecher oder jeden Lapsus oder jede spontane Antwort in den Sozial Medien verbreiten und zum Skandälchen hochspielen?
Was können wir (in der Provinz) tun, um nicht diese fast täglichen geschwätzigen, inhaltsleeren, unerträglichen Sätze, der für fast jede Frage passen könnte, hören müssen wie etwa diesen (ebenfalls nicht erfunden):
„Es geht in die richtige Richtung, aber wir müssen noch einige Schritte tun, damit am Ende des Tages ein gutes Ergebnis herauskommt.“
Gibt es Anregungen, Meinungen, Tipps … ?

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